Die Philippa bebt
Der 30. Zigarrendampfer sprengt alle Rekorde
Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber wer unseren 30. Zigarrendampfer miterlebt hat, weiß: Wir fangen gerade erst an. Unser großes Jubiläum war restlos ausgebucht, das Schiff bis auf den letzten Platz gefüllt und die Stimmung von der ersten Sekunde an auf absolutem Anschlag.
Mystischer Empfang am Kreuzberger Anleger
Schon gegen 19 Uhr sammelte sich die Vorfreude am Anleger in Berlin-Kreuzberg. Wer zu diesem Zeitpunkt den Steg betrat, rieb sich erst mal verwundert die Augen: Dichte, schwere Nebelschwaden zogen über das Wasser und hüllten die wartenden Gäste ein.
Nein, das war kein plötzlicher Wetterumschwung im Berliner Sommer, sondern reine Physik gepaart mit exzellentem Geschmack. Wir hatten die monumentale „Fountain of Whisky“ angeworfen.
Geladen mit dem legendären Highland Park Single Malt – dessen feine Heidekraut-Süße, malzige Töne und der unverkennbare, dezente Torfrauch sich perfekt mit erfrischend fruchtigen Komponenten vermählten – und befeuert mit einer ordentlichen Portion Trockeneis, sorgte dieser spektakuläre Welcomedrink direkt für staunende Gesichter.
Damit der Gaumen auf dem Steg nicht unterhopft oder untertabakt ins Rennen gehen musste, reichten wir als Pre-Smoke direkt eine Davidoff Primeros. Ein unkomplizierter, cremig-milder Shortfiller, der mit feinen Gras- und Heunoten die perfekte Zündschnur für den Abend legte und sofort die erste Welle der Begeisterung auslöste.
Boarding nach Maß und wetterfestes Timing
Punkt 19:30 Uhr hieß es dann endlich: „Willkommen an Bord!“ Gruppe für Gruppe, Tisch für Tisch lotsten wir die gut 70 Gäste auf die Philippa. Das Timing der Natur war dabei absolut filmreif. Genau in dem Moment, als die Leinen gelöst wurden und der Motor aufheulte, machte der Regen Feierabend. Zurück blieb ein angenehmer, stetiger Fahrtwind, der sich als die wohl beste, natürliche Klimaanlage für ein Schiff voller leidenschaftlicher Smoker erweisen sollte. Die Belüftung lief perfekt, der blaue Dunst zog geschmeidig ab und der Weg war frei für einen unvergesslichen Abend.
Hochkarätige Partner und ein Retter in der Not
Nach dem Ablegen übernahm Heiko das Wort zur offiziellen Begrüßung und holte die hochkarätige Riege unserer langjährigen Partner ins Rampenlicht, ohne die so ein Event gar nicht machbar wäre: Heiko Sievers vertrat die Edelschmiede Davidoff, Jens Ramien war für die hochklassigen Importe der VCF am Start, Jens Buhne repräsentierte Kopp Tobaccos und das Team Suntory was durch Alexander und Sebastian vertreten, die hinter der Bar für die flüssigen Highlights sorgten. Außerdem durfte ich ein kleines, feines Gadget vorstellen, das jeder Gast als Jubiläumsgeschenk einsacken konnte: Ciglou, der neuartige Deckblattkleber. Ein echter Lebensretter für den Zigarrenalltag, falls sich das Deckblatt mal wieder gieriger auflösen möchte, als es der Konstruktion der Zigarre guttut.
Ein Zigarren-Trio der absoluten Spitzenklasse
Und dann wurde aufgefahren – und zwar im Gesamtwert von knackigen 93,50 € pro Person, wohlgemerkt rein an Zigarren! Die Verteilung der Jubiläums-Auswahl glich einem vorgezogenen Weihnachtsfest für Aficionados. Mit an Bord war die streng limitierte Plasencia Year of the Rabbit. Dieses Meisterwerk im Toro-Format zieht seine Eleganz aus perfekt gereiften nicaraguanischen Tabaken und besticht durch eine extrem samtige Textur. Geschmacklich entfaltete sie im Verlauf ein komplexes Zusammenspiel aus gerösteten Mandeln, cremiger Vanille und einer ganz dezenten Nuance von flüssigem Honig.
Als zweites Highlight lag die tiefgründige Davidoff Puro Dominicana in den Aschenbechern. Ein satter Dominican Puro, dessen Tabake bis zu 32 Monate separat reifen durften, bevor sie meisterhaft geblendet wurden. Sie überzeugte die Kenner an Bord mit kräftigen, ehrlichen Noten von dunkler Schokolade, edlem Eichenholz und einem Hauch von würzigem Leder.
Den krönenden Abschluss bildete die Perdomo 30th Anniversary Maduro. Ihr nicaraguanisches Maduro-Deckblatt reifte über 15 Jahre lang in Bourbonfässern, was der Zigarre eine fast schon unanständige, natürliche Süße verlieh. Beim Rauchen paarte sich diese Süße mit schweren Aromen von dunklem Kakao, frisch gebrühtem Espresso und einer Spur Melasse. Ein absoluter Traum für jeden Maduro-Liebhaber.
Feuer frei, Buffet und die Schiffsglocke
Während sich die ersten dichten Rauchwolken friedlich Richtung Berliner Nachthimmel verabschiedeten, wurde das reichhaltige Buffet gestürmt, flossen die perfekt abgestimmten Drinks der Suntory-Jungs und es wurden in gewohnt lockerer Atmosphäre neue Freundschaften geschlossen. Doch mitten im lautesten Gelächter und tiefsten Fachsimpeln ertönte plötzlich ohrenbetäubend die Schiffsglocke. Die Crew der Philippa marschierte in geschlossener Mannschaft auf. Was folgte, war eine emotionale und völlig überraschende Jubiläumsrede der Besatzung, gekrönt von einem riesigen, selbst gebackenen Kuchen in detailgetreuer Zigarrendampfer-Optik. Heikos Gesichtsausdruck in diesem Moment? Absolut unbezahlbar. Wer unseren Chef kennt, weiß, dass er selten um eine Antwort oder einen Spruch verlegen ist – aber da stand ihm kurzzeitig sichtlich gerührt der Mund offen und ihm fehlten schlicht die Worte.
Brückentour und das süße Finale
Nach diesem emotionalen Highlight ging es weiter auf unserer großen Brückentour durch die berliner Gewässer. Während draußen die Lichter der Stadt vorbeizogen, wandelte sich das Buffet im Innendeck fliegend von den herzhaften Speisen zu Desserts in verschiedensten, sündhaften Varianten. Es waren vier Stunden pure Eskapation, feinster Genuss und eine durchgehend grandiose Stimmung, wie man sie nur auf dem Dampfer erlebt.
Heimathafen Kreuzberg und ein großes Danke
Pünktlich um Mitternacht dockten wir wieder im Kreuzberger Heimathafen an, wo die Reise wenige Stunden zuvor begonnen hatte. Ein riesiges Dankeschön geht an dieser Stelle an die phänomenale Crew der Philippa für die liebevolle Tischdeko, die individuellen Tischkarten mit unserem Firmenlogo und natürlich für die grandiose Kuchen-Überraschung. Danke an unsere Partner für den unermüdlichen Support an den Cuttern und hinter der Bar, an Torsten, der den gesamten Abend in Bildern festgehalten hat, und natürlich an jeden einzelnen Gast. Ihr habt diesen 30. Zigarrendampfer zu dem gemacht, was er war: absolut legendär.